Jupiter - Rat und Tat

JUPITER Wirtschaftstreuhand GmbH, Buchprüfungs- & Steuerberatungsgesellschaft

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Mo - Do 8 bis 16 Uhr und Fr 8 bis 13 Uhr.

Termine sind nach vorheriger Vereinbarung natürlich auch außerhalb unserer Kernzeiten möglich!

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Blitzinfo:

Der Beschäftigungsbonus ist da!
Was ist zu tun?

Juli 2017 / Der Beschäftigungsbonus ist wirklich eine feine Sache. Für ein zusätzliches Arbeitsverhältnis mit einem Jahresbruttogehalt von z.B. € 35.000,- (entspricht monatlich € 2.500,- brutto) werden 3 Jahre lang die Lohnnebenkosten zu 50% gefördert. Das ergibt immerhin einen Zuschuss in der Höhe von € 16.000,-!



Gefördert werden Arbeitsplätze, die ab dem 1.7.2017 zusätzlich zu bestehenden entstehen.

Wie läuft das ganze ab? Sehen wir uns ein Beispiel an.

Ein förderungsfähiger Arbeitnehmer tritt mit 7.8.2017 in ein Unternehmen ein. Innerhalb von 30 Tagen ab der Anmeldung muss ein Antrag bei Austria Wirtschaftsservice (AWS) gestellt werden. Um feststellen zu können, ob ein zusätzlicher Arbeitsplatz geschaffen wurde, ob es also zu einem Beschäftigungszuwachs gekommen ist, sind gleich die Beschäftigtenstände am Vortag des Eintritts und der 4 vorhergehenden Quartale zu melden. Der höchste Beschäftigungsstand dieser Vergleichswerte wird zum Referenzwert. Der Abrechnungsstichtag ist dann ein Jahr später, in unserem Fall also der 7.8.2018. Ist am 7.8.2018 der Beschäftigtenstand zumindest um einen Beschäftigten höher steht die Förderung zu und sie wird dann im Nachhinein ausbezahlt.

Da man in den meisten Fällen zum jetzigen Zeitpunkt nicht wissen kann, ob in einem Jahr ein höherer Beschäftigtenstand sein wird, haben wir uns entschlossen, für unsere Klienten bei denen wir die Personalverrechnung durchführen lieber vorsorglich Anträge zu stellen. Das raten wir Ihnen auch, wenn Sie selbst die Personalverrechnung erstellen.

Erfreulich ist, dass auch neugegründete Unternehmen förderungswürdig sind.
Werden allerdings andere Förderungen gewährt, wie z.B. die Eingliederungshilfe, steht der Beschäftigtenbonus nicht zu.

Natürlich gäbe es noch viel Kleingedrucktes zu berichten. Es gibt sogar eine eigene homepage www.beschaeftigungsbonus.at .

Sprechen Sie uns darauf an. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Achtung Scheinunternehmen!

Juli 2017 / Vor einiger Zeit wurde zur Betrugsbekämpfung beim Finanzministerium eine Liste für Scheinunternehmen eingerichtet. Wir haben darüber berichtet, wollen aber wieder an dieses Thema erinnern, weil damit erhebliche Haftungen verbunden sind.



Auf dieser Liste befinden sich Unternehmen, die nach Ansicht des BMF nur dazu gegründet wurden, Lohnabgaben, Sozialversicherungsbeiträge bzw. Entgeltsansprüche von Arbeitnehmern zu verkürzen oder zu hinterziehen.

Derzeit enthält diese Liste 95 Unternehmen.

Überprüfen sie speziell im Bau – und Baunebengewerbe unbedingt neue Geschäftsbeziehungen aber natürlich auch bestehende, wenn Ihnen etwas verdächtig vorkommt. Ab der Eintragung haften nämlich Auftraggeber neben dem Scheinunternehmern für Entgeltansprüche von Arbeitnehmern, die für diesen Auftrag eingesetzt waren.

Bei dieser Gelegenheit möchten wir Sie auch an die HFU-Liste erinnern, aus der hervorgeht, ob man an den Geschäftspartner haftungsbefreiend die gesamte Auftragssumme zahlen darf.

Beschäftigungsbonus

Mai 2017 / Die Politik hat es vollmundig angekündigt – jetzt wird es hoffentlich bald Realität, auch wenn die dazugehörigen Richtlinien noch fehlen!



Es wird der sogenannte Beschäftigungsbonus eingeführt. Dadurch sollen bis zu drei Jahre lang 50 % der Lohnnebenkosten (Dienstgeberbeiträge) für zusätzliche Beschäftigungsverhältnisse gefördert werden. Unter zusätzlichen Beschäftigungsverhältnissen versteht man, dass der Beschäftigungsstand zum Zeitpunkt der Antragstellung zumindest um eine Person (Vollzeitäquivalent) höher ist als vor 12 Monaten.

Ab Juli 2017 kann innerhalb von 30 Tagen nach der Sozialversicherungsanmeldung des zusätzlichen Beschäftigten der Antrag bei der Förderbank aws gestellt werden. Die Auszahlung erfolgt ein Jahr im Nachhinein.

Gefördert werden beim AMS als arbeitslos gemeldete Personen, Schul- oder Uniabsolventen sowie Jobwechsler, die in den letzten 12 Monaten mindestens vier Monate in Österreich beschäftigt waren.

Bis 2023 stellt die Regierung dafür 2 Milliarden Euro zur Verfügung. Wenn der Topf leer ist, geht man leer aus.

Es heißt also schnell zu sein!

Kündigungsschutz für neu eingestellte Mitarbeiter 50+ gelockert

Mai 2017 / Kündigungen können dann angefochten werden, wenn sie sozial ungerechtfertigt sind. Eine wesentliche Rolle spielte bisher das Alter. Ein höheres Lebensalter kann zu Schwierigkeiten bei der Arbeitsplatzsuche und somit bei der Wiedereingliederung führen. Daher waren Anfechtungen der Kündigung

von Seiten des Arbeitnehmers gesehen oft erfolgreich.
Das hat aber wohl dazu geführt, dass viele Unternehmer Bewerber dieser Generation nicht mehr eingestellt haben.

Daher kam es zu einer Gesetzesänderung. Für Arbeitnehmer, die ab dem 1.7.2017 eingestellt werden und dabei bereits 50 Jahre oder älter sind, spielt das Lebensalter bei der Beurteilung der Sozialwidrigkeit keine Rolle mehr.

Automatische Übermittlung von Sonderausgaben an das Finanzamt

April 2017 / Ab dem Jahr 2017 müssen Spenden an begünstigte Vereine und Institutionen sowie Kirchenbeiträge von diesen Organisationen direkt an das Finanzamt gemeldet werden. Das lästige Belege suchen kann damit entfallen.



Damit eine eindeutige Identifikation des Spenders möglich ist, muss man Vor- und Zunamen (wie am Meldezettel angegeben) sowie das Geburtsdatum bekannt geben. Am Ende des Jahres melden dann die Vereine und Organisationen die erhaltenen Spenden, die in Finanzonline hinterlegt werden.

Wir würden Ihnen daher zu folgender Vorgangsweise raten:

  • Überprüfen Sie vor der Zahlung, ob der Spendenempfänger in der Liste der begünstigten Spendenempfänger, die beim BMF geführt wird, aufscheint. Mittlerweile gibt es auf dieser Liste 4.093 Einträge!
  • Machen Sie bei der Zahlung die Angaben der Identifikationsdaten, also Vor- und Zuname wie am Meldezettel und Geburtsdatum. Natürlich können Sie auch weiterhin anonym spenden. Das ist aber mit dem Verlust der steuerlichen Absetzbarkeit verknüpft.
  • Überlegen Sie sich, bei wem in der Familie sich die Spende am günstigsten auswirkt. Natürlich beim Höchstverdiener. Früher konnte man das bei Ehepaaren noch bei der Erstellung der Einkommensteuererklärung überlegen, jetzt muss es vom richtigen Konto weggehen.
  • Die Spende landet dann (hoffentlich) in Ihrem elektronischen Steuerakt und damit in Ihrer Einkommensteuererklärung oder der Arbeitnehmerveranlagung.
  • Falls Ungereimtheiten oder Fehler auftauchen müssen Sie mit dem Spendenempfänger Kontakt aufnehmen.


Durch diese vom BMF initiierte Vorgangsweise werden in erster Linie die Finanzämter bürokratisch entlastet, allerdings entsteht natürlich bei den Organisationen ein gehöriger Mehraufwand an Administration, mit anderen Worten: Von unseren Spenden muss mehr für die Verwaltung aufgewendet werden und es erreicht weniger Geld den eigentlichen Zweck der Spende.

Betriebliche Spenden sind von der automatischen Übermittlung nicht betroffen. Sie finden in die Buchhaltung des Unternehmens Eingang. Auf Verlangen des Finanzamts ist der Beleg vorzulegen.

An dieser Stelle soll auch erwähnt werden, dass ab 2017 wieder einmal der Kreis der begünstigten Spendenempfänger erweitert wurde. Nun zählen auch Institutionen dazu, deren Zweck die allgemeine Präsentation von Kunstwerken ist (z.B. Ausstellungshaus). Auch Spenden an die neu gegründete Innovationsstiftung für Bildung sind absetzbar. Es ist also für jeden Spender etwas dabei. Eine Grundregel sollte aber gelten: Vor der Zahlung ein Blick in die beim BMF geführte Liste!

KMU-Investitionszuwachsprämie
Gut - aber aus!

April 2017 / Diese neue Förderung soll Unternehmen bis 50 Mitarbeitern für Investitionen von 50.000,- bis 450.000,- € mit 15% Rückerstattung und Unternehmen bis 250 Mitarbeitern für Investitionen von 100.000,- bis 750.000, € mit 10% Rückerstattung unterstützen. Es geht aber um den Zuwachs, der über dem Durchschnitt der letzten drei Jahre liegen muss. Unternehmen, die erst kürzer am Markt sind spielen nicht mit. Weitere Details ersparen wir Ihnen an dieser Stelle, weil ...?


Die Unterstützung ist für die Jahre 2017 und 2018 als einmalige Maßnahme zur Ankurbelung der Wirtschaft geplant. Sie ist pro Jahr mit 87,5 Mio. Euro gedeckelt, die Vergabe erfolgt nach Prüfung in der Reihenfolge der Anmeldung. Im März wurde rückwirkend die Startfrist mit 9. Jänner 2017 bekanntgemacht. Beschlossen wurde das Gesetz im Nationalrat im März – seit 9. April können Sie auf der Homepage des aws (Antragstelle) lesen: „Aufgrund des außerordentlich hohen Interesses an der KMU-Investitionszuwachsprämie sind die Fördermittel bereits erschöpft. Über eine Neuauflage des Förderungsprogramms für 2018 informieren wir umgehend nach Vorliegen der Genehmigung.“
Werden wir für Sie auch tun – für 2018 eben!
PS: Heute haben wir von unserer Hausbank den neuen Folder „Maßgeschneiderte Investitionsförderung – wir beraten Sie gerne“ bekommen ...

Neu ab 2017: Änderungen bei GmbHs und Personengesellschaften auf Grund des Rechnungslegungsänderungsgesetzes (RÄG)

März 2017 / Für alle Jahresabschlüsse von Kapitalgesellschaften, deren Geschäftsjahr nach dem 31. Dezember 2015 beginnt, ist das Rechnungslegungs-Änderungsgesetz (RÄG) 2014 anzuwenden.

Für alle Jahresabschlüsse von Kapitalgesellschaften, deren Geschäftsjahr nach dem 31. Dezember 2015 beginnt, ist das Rechnungslegungs-Änderungsgesetz (RÄG) 2014 anzuwenden.

Neben einigen neuen Definitionen und neuen Bilanzierungsgrundsätzen sind auch die Grenzwerte der Größenklassen valorisiert und eine neue Größenklasse geschaffen worden: Für Kleinstkapitalgesellschaften („Micros“) gelten folgende Grenzen:

  • € 350.000,- Bilanzsumme,
  • € 700.000,- Umsatzerlöse
  • und 10 Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt.


Formelle Änderungen betreffen u.a.

  • den Ausweis des Eigenkapitals,
  • den Entfall (und die Umbuchung) der unversteuerten Rücklagen. Diesbezüglich ist sogar noch ein Eingriff ins Vorjahr nötig!den Entfall des außerordentlichen Ergebnisses,
  • die Erweiterung der „Da- von-Angaben“ in der Bilanz,
  • die Neudefinition (Erweiterung) der Umsatzerlöse.


In materieller Hinsicht sind insbesondere folgende Änderungen zu erwähnen:

  • Bilanzierung latenter Steuern
  • Zuschreibungspflicht (inkl. Nachholung unterlassener Zuschreibungen)
  • Bewertung von Vorräten (Herstellungskosten) und Firmenwert
  • Pflichtansatz Disagio
  • Abzinsung langfristiger Rückstellungen.


Schließlich sind der Anlagenspiegel und der Anhang (dieser kann bei Micros entfallen) neu zu konzipieren.
Obige Vorschriften sind Unternehmensrecht, aber auch steuerlich gibt es natürlich wieder viele Änderungen zu beachten. Völliges Neuland stellt dabei die sogenannte „Innenfinanzierung“ dar. Diese ist aus dem unternehmensrechtlichen Jahresabschluss abzuleiten und ist für die steuerrechtliche Beurteilung, ob eine Gewinnausschüttung steuerlich auch als solche oder als Einlagenrückzahlung (Beteiligungsveräußerung) anzusehen ist, relevant. Dabei kann (muss) u.U. weit in die Vergangenheit zurück geblickt werden. Näheres ist in einer eigenen Verordnung festgelegt.

Kinderbetreuungsgeld neu ab 1.3.2017

März 2017 / Der 1. März 2017 ist der Stichtag, ab dem das neue Kinderbetreuungsgeldgesetz in Kraft tritt. Jedes Neugeborene erhält ein Kinderbetreuungsgeld-Konto (KBG-Konto).

Alle davor Geborenen bleiben verpflichtend im alten System mit den vier Pauschalvarianten. Neu sind nun zwei Grundvarianten: Entweder bezieht nur ein Elternteil Kinderbetreuungsgeld oder beide. Beide Varianten sind, was die Dauer des Bezuges betrifft, innerhalb von Ober- und Untergrenzen flexibel.
Im ersten Fall sind dies 365 Tage á 33,88 (12 Monate á ca. 1.000,- €) bis maximal 851 Tage á 14,53 (28 Monate á 436,- €) und im zweiten Fall 456 Tage (ca. 15 Monate) bis maximal 1.063 Tage (ca. 35 Monate) bei gleichen Tages- bzw. Monatssätzen. Je kürzer die Bezugsdauer desto höher der Tagesbetrag, die Gesamtsumme bleibt aber immer gleich. Die maximale Summe beträgt 12.366,20 € bei Inanspruchnahme durch nur einen Elternteil und 15.499,- € im Falle beiderseitigen Bezuges.
Neu ist die Möglichkeit des gleichzeitigen Bezugs durch beide Elternteile für die Dauer von bis zu 31 Tagen anlässlich des erstmaligen Wechsels, wobei sich die Gesamtanspruchsdauer um diese Tage reduziert. Die Zuverdienstgrenze liegt bei 6.800,-€ pro Kalenderjahr.
Partnerschaftsbonus 500,- €: Beziehen die Eltern gleich lang oder zumindest im Verhältnis 40:60 das Kinderbetreuungsgeld kann dieser zusätzlich zum Kinderbetreuungsgeld beantragt werden. Die Bezugsdauer jedes Elternteils muss mindestens 124 Tage betragen.
Familienzeitbonus: Neu ist auch dieser - geschaffen für Väter, die gleich nach der Geburt oder zeitnah (bis maximal 91 Tage nach der Geburt) die Zeit ausschließlich mit der Familie verbringen wollen. Im Einvernehmen mit dem Dienstgeber ist eine Unterbrechung der Erwerbstätigkeit (Kranken- und Pensionsversicherung bleiben aufrecht) von zusammenhängend 28 bis 31 Tage möglich. Für diese Zeit wird der Familienzeitbonus in der Höhe von 22,60 € pro Tag ausbezahlt, allerdings erfolgt eine Anrechnung, wenn der Vater später ein Kinderbetreuungsgeld bezieht.
Ungeachtet der o.a. gravierenden Änderungen bleibt das einkommensabhängige Kindergeld bestehen, wird aber auf Tage umgestellt. Bei Bezug durch einen Elternteil 365 Tage bzw. 426 Tage bei beiden Eltern beträgt es 80% des (fiktiven) Wochengeldes, maximal aber 2.000,- € pro Monat.